Chocolate Chip Cookies

In dieser Woche machte ich einen interessanten Fund in einer alten Umzugskiste, die schon Jahre im Keller verbracht hatte. Die Kiste war seit knapp zehn Jahren unangetastet, und zum Vorschein kamen viele alte Briefe. Viele von ihnen aus Frankreich, Großbritannien, Argentinien und den USA. Sie waren ganz aus meiner Erinnerung verschwunden.

Vor gut 15 Jahren gab es über die Deutsche Post eine Aktion, die sich Letternet nannte. Es gab dort die Möglichkeit sich zu registrieren, und Kontakte zu Menschen aus der ganzen Welt über Brieffreundschaften zu knüpfen. Zeitweise waren wohl bis zu 500.000 Menschen dort angemeldet. Ich gehörte auch dazu, und schrieb mir über Jahre Briefe mit mit jungen Menschen aus der ganzen Welt. Ein halbes Leben später ist es ein merkwürdiges Gefühl, diese Briefe wieder in den Händen zu halten.

Zeigt es doch ganz deutlich, dass früher vieles ganz anders war, bevor die intensive Nutzung des Internets selbstverständlich wurde. Ich erinnere mich noch sehr gut, dass es immer ein besonderer Moment war, einen Brief in den Händen zu halten, der eine Reise um die halbe Welt gemacht hatte.

Anfang diesen Jahres wurde Letternet eingestellt, da nur noch wenige Menschen diese Möglichkeit nutzten. Auch ich habe meine damaligen Brieffreundinnen nun erst einmal im Internet gegoogelt. Zum Beispiel Amber aus Ohio – sie lebt noch mitten im Bible Belt und hat bereits eine eigene, große Familie. Früher habe ich mir Ohio immer als weites Land voller Felder, weißer Holzhäuser und auf der Veranda sitzenden Menschen vorgestellt. Sie saßen im Schatten vor der Mittagshitze geschützt, tranken eisgekühlte Zitronenlimonade und aßen dazu Chocolate Chip Cookies.

Sicherlich, das Bild hat sich bei mir inzwischen auch geänadert, aber der Appetit auf Cookies blieb. Da passte es, dass Jennifer just ein paar Tage zuvor ihr ein Cookierezept vorstellte. Hier ist meine angepasste Version für Euch:

Zutaten (für ca. 20 Cookies – abgeändert nach einer Idee von fleur du poirier):

Wichtig: Teig sollte eine Nacht vor dem Backen im Kühlschrank ruhen

100 g Butter (zimmerwarm)

140 g Rohrohrzucker

1 Ei

Mark einer Vanilleschote

110 g Mehl (Type 550)

60 g Weizenvollkornmehl

1 TL Weinsteinbackpulver

1 TL Natron

1/2 TL Fleur de Sel

etwas geriebene Muskatnuss

etwas geriebene Tonkabohne

1/4 TL Ceylon-Zimt

100g Zartbitterschokolade (70%)

50 g grob gehackte Macadamianüsse

Die zimmerwarme Butter mit dem Zucker in der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer schaumig rühren. Nun das Ei und das Vanillemark hinzufügen. Anschließend alle trockenen Zutaten (Mehle, Backpulver, Natron, Salz, Muskatnuss und Tonkabohne) mit unterrühren.

Achtung: Muskatnuss und Tonkabohne gut dosiert frisch reiben, denn ansonsten kann es schon einmal Kopfschmerzen durch das enthaltene Coumarin geben. Tonkabohnen gibt es übrigens in der Apotheke oder im gut sortierten Feinkostladen. Sie sorgen für ein besonders feines Aroma.

Nun die Schokolade und die Nüsse grob hacken, und am Schluss noch mit unter den Teig geben. Den Teig leicht flachgedrückt in Frischhaltefolie wickeln, und (am besten über Nacht) im Kühlschrank ruhen lassen.

Am nächsten Morgen den Backofen auf 175°C vorheizen. Vom Teig walnussgroße Kugeln abstechen und nicht zu eng auf ein Backblech geben (ca. 9 Kugeln pro Backblech passen gut).

Noch mit etwas Fleur de Sel bestreuen und dann für ca. 12 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Etwas auf dem Backblech abkühlen lassen, bevor sie auf ein Kühlrost kommen, da sie ansonsten zu Beginn noch leicht zerbrechen.

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Kategorien:Cookies, Gebäck

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