Kartoffelgnocchi

An was denken wir zuerst bei der italienischen Küche? Vielleicht zuerst an Pizza…und dann an Pasta oder umgekehrt. 🙂 Vor meiner Zeit in Italien ging es mir natürlich genauso.

In den ersten Tagen in Rom zeigten mir die Kollegen verschiedene Bars, wo sie schon oft während der Mittagszeit gegessen haben. In vielen Bars kann man nicht nur morgens einen schnellen Caffè und ein Cornetto (süßes Teilchen) stehend genießen, sondern auch mittags sehr gut und einfach essen.

Mein Kollege Massimo fragte jedes Mal ganz neugierig, wie mir das Essen denn nun dieses Mal schmecke. „Gut, genau…Weißt Du was? Ab jetzt gehen wir in die Gramsci Bar, dort ist das Essen noch viel besser!“ Sein Kollege Lorenzo schmunzelte, und das nicht ohne Grund. Die Bar war klein, eng und schrecklich voll! Die Teller voll duftender Pasta, frischem Salat und kurz gebratenem Fleisch wurden über unsere Köpfe gereicht, und nie wieder habe ich in Italien so gut gegessen.

Manchmal aß ich dort auch die selbstgemachten Gnocchi, aber dann schaute meine Kollegin Gabriella mich immer nur missbilligend an. Ich verstand nicht, und sie meinte nur: „In Italien isst jeder nur die Gnocchi, so wie sie in der eigenen Familie gekocht werden. Und die besten Gnocchi gibt es bei der Nonna zu Hause in Frosinone! Stell‘ Dir vor, ganz frisch mit Butter und Salbei – che buono!“

Gut, und darum machen wir die Gnocchi seitdem nun auch selbst. Da ich Gabriella nie das Originalrezept entlocken konnte, musste hier wieder einmal Giorgio Locatelli mit seinem Rezept herhalten. Aber auch dieses ist sehr zu empfehlen.

Zutaten (ca. 1kg Gnocchi):

1kg sehr mehlige Kartoffeln

2 kleine Eier

etwa 320g Mehl

1 Prise Salz

Tipp: Da Gnocchi sich ungekocht gut einfrieren lassen, lohnt es sich immer, gleich eine größere Menge zuzubereiten.

Die Kartoffeln sollten etwa alle die gleiche Größe haben, damit sie später nicht unterschiedlich garen. Diese ungeschält in einem Topf mit gut gesalzenem Wasser aufsetzen, zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren und köcheln lassen. Bis die Kartoffeln gar sind, brauchen sie etwa 30-50 Minuten (je nach Größe).

Das Wasser abgießen, und die Kartoffeln mit geschlossenem Deckel kurz abdämpfen lassen. Alle Kartoffeln noch heiß pellen, und durch eine Kartoffelpresse drücken.

Eine Mulde in die Mitte drücken, und die Eier, eine Prise Salz und etwa drei Viertel des Mehls hineingeben. Gründlich vermengen, und sobald sich der Teig verbindet, aufhören zu kneten (sonst werden die Gnocchi später zäh). Das restliche Mehl nur hinzugeben, wenn es wirklich nötig ist. Der Teig sollte sich ruhig noch weich anfühlen, da er beim Garen durch die Eier fest wird.

Die Arbeitsfläche leicht bemehlen, dann den Teig mit den Handflächen zu einem etwa 1,5 cm dicken Quadrat formen. Mit einem Messer den Teig in etwa 1,5 cm breite Streifen schneiden und mit den Händen leicht rollen.
Anschließend 1-1-5 cm breite Stücke mit einem großen Messer schneiden.

Den Teig immer wieder bemehlen, damit er nicht auf der Arbeitsplatte festklebt. Jedes Stückchen auf die Zinken einer Gabel drücken, bis ein leichtes Rillenmuster entsteht. (Wenn es schnell gehen soll, kann dieser Schritt auch übersprungen werden.)

Nun die Gnocchi möglichst schnell kochen, damit sie nicht zusammenkleben. Dazu einen großen Topf mit Wasser aufsetzen und aufkochen lassen. Das Wasser gut salzen und die Temperatur auf mittlere Hitze zurückschalten. Die Gnocchi in das leicht kochende Wasser geben. Sie sind gar, wenn sie an der Wasseroberfläche zu schwimmen beginnen.

Schnell noch einmal die Gnocchi probieren, und sie sollten ganz zart und leicht schmecken. Dann z.B. die Gnocchi kurz in der Pfanne in frischem Salbei mit Butter schwenken (nicht länger als eine Minute, da sie ansonsten zerfallen könnten) und sofort servieren.

Unser Salbei auf dem Balkon war leider nicht mehr so schön, darum haben wir sie mit Basilikumpesto und etwas Parmesan gegessen.

Grande!

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Kategorien:Gnocchi

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